Erfolgreiche Erweiterung des HAMNET Site-Networks am Relaisstandort DB0EMS in Sögel
Das HAMNET (Highspeed Amateur Multimedia Network) ist ein von Funkamateuren betriebenes, unabhängiges IP-Netzwerk, das auf Richtfunkstrecken auf den Amateurfunkbändern im 5-GHz-Bereich basiert. Es ermöglicht digitale Kommunikation, Notfunkanwendungen und experimentelle Technik unabhängig vom Internet. Dafür wird eigene Infrastruktur an Türmen oder exponierten Standorten betrieben. Eine Besonderheit ist die Nutzung direkt gerouteter, eigener IP-Adressbereiche ohne NAT (Network Address Translation), wodurch alle Teilnehmer unmittelbar erreichbar sind und Dienste transparent betrieben werden können.
Innerhalb des Netzes werden sogenannte Site-Networks definiert, die den IP-Adressbereich eines Standorts festlegen und in der Regel als /27-Subnetz ausgelegt sind. Diese Site-Networks sind in die Bereiche Service und User unterteilt, die jeweils ein /28-Subnetz bilden. Im Service-Bereich stehen damit 24 − 2 = 14 nutzbare IP-Adressen für lokale Infrastruktur zur Verfügung. Dieser Bereich wird für Systeme wie HAMNET-Router, Svxlink-Repeater, APRS-Stationen oder IP-Kameras genutzt, während der User-Bereich den Funkzugängen vorbehalten ist.
In Sögel war diese Struktur aufgrund der Vielzahl an Systemen im Service-Netz nahezu ausgeschöpft. Eine Übersicht über die bestehende Infrastruktur bietet die HAMNET-DB. Das Konzept des sich aktuell im Aufbau befindlichen KI-Relais sieht eine Trennung in zwei Subsysteme vor. Es wird einen Raspberry Pi mit Svxlink für die grundlegende Repeater-Steuerung beinhalten. Die „Intelligenz“ des Systems stellt ein leistungsstarker PC als KI-Service-Backend zur Verfügung. Da hierzu also zwei weitere Netzwerkteilnehmer in das Service-Netz integriert werden müssen, war die Zeit für die Erweiterung des Site-Networks gekommen.
Zunächst wurden alle Netzwerkgeräte auf DHCP umgestellt und mit festen Leases im Router konfiguriert. So war die Voraussetzung geschaffen, dass alle Geräte die neue IP-Konfiguration möglichst automatisch übernehmen. Anschließend konnte die Erweiterung auf ein /26-Subnetz erfolgreich umgesetzt werden. Damit stehen nun 25 − 2 = 30 nutzbare IP-Adressen im Service-Bereich zur Verfügung, wodurch ausreichend Kapazität für die Integration des KI-Relais und auch zukünftige Erweiterungen geschaffen wurde.
Ein besonderer Dank gilt dem HAMNET-IP-Koordinator Jann, DG8NGN, für die freundliche Unterstützung und Beratung.